Reise blog von Travellerspoint

China

sunny

Nihao!!!

Hallo aus China.
Meine Guete, ich bin wirklich hier. Es ist grad 3 Wochen her da wurde in Australien das Auto verkauft. Vor zwei Wochen sass ich noch in Sydney. Vor gut einer Woche der Flugmarathon und eine Nacht in Kuala Lumpur in Malaysien. Letzten Dienstag gelandet- GUILIN - Stadt in der Provinz Guanxi- am Li River!!!

Ich bin damit vertraut mit dem Nighttrain durch Thailand zu reisen, mit Bussen durch Laos und Kambodscha sowie auch Malaysien zu fahren. Dann dreieinhalb Monate auf eigene Faust mit eigenem Vehikel. Und dann stand ich (und Demian) am Flughafen in Guilin... ohne einen Reisefuehrer. Keinen Lonely planet. Keinen roughguide. Gar nix.

Dann die bis dahin erste Huerde auf chinesischen Boden- die uns sowas von klar machte dass China doch noch ein ganzes Stueck anders ist als Suedostasien: die chinesische Sprache und ihre Schriftzeichen.
Wir wollten grad den Bus in die Stadt nehmen als die Taxifahrer mit Haenden und Fuessen zu verstehen zu geben versuchten, dass wir fuer das Taxi fast gleich viel zahlen wuerden. Noch dazu wurde wild herumtelefoniert um Leute an die Leitung zu bekommen, mit denen wir uebers Handy englisch reden konnten. So haben wir also ein Taxi gekriegt das uns gleich zu einem Youth Hostel gebracht hat. Die ersten Eindruecke waren so aehnlich zu Thailand etc., dass es erschreckend war fuer mich. Denn ich hatte von China andere Vorstellungen:
moderner, entwickelter, reicher.
Doch die 25-30 km in die Stadt zeigten was anderes. Eine Strasse fuer alle: Gegenverkehr, Tiere, Menschen etc...
Die Gegend gekennzeichnet durch heruntergekommene Haeuser und duennen, alten sowie perspektivlos erscheinenden Senioren. Zudem kein Zeichen von Verkehrsregeln. Jeder hat hier Berechtigung auf den Strassen und wer hupt hofft auf Vorrang. So auch unsere Taxifahrerin. Einfach hupen fahren, hupen fahren. Kleiner Adrenalinschub gewesen, auf den ich verzichten haette koennen.

Dann der zweite Anlauf. Endlich in der Stadt. Endlich ein Bett. Die Preise sind ueberraschenderweise teurer wie erwartet. Fuer ein Dormbed 35 yuan (3,50 Euro). Dafuer ist das Essen wiederum teilweise etwas billiger als in Suedostasien. Fuer 1 Euro bekommt man immer und ueberall was. Von Nudelsuppe ueber Reis-hot-pots bis zu dumplings - was sowas ist wie Ravioli, halt aus Reisnudeln und nicht so wuerzig. Auch Frosch und Aal und Schweineohren oder Huehnerbeine und so weiter kann man haben. Ob in der Suppe oder frittiert oder gebraten... hab ich noch nicht probiert. Weiss nicht ob ich es tun werde :)
Da wir recht ohne Vorbereitungen- und wie schon erwaehnt ohne Reisefuehrer- nach China gereist sind haben wir nicht gewusst dass hier am 1. Oktober Nationalfeiertag celebriert wird. Der 60 Geburtstag Chinas wird hierzu eine geschlagene Woche gefeiert!
Klingt schoen, interessant und spannend- ist es auch. Mal abgesehen von den Preisen. Denn leider schnuppert hier ein JEDER das grosse Geld. Alles- von den Uebernachtungen bis zu den Bus/Zugfahrten- ist waehrend dieser Woche doppelt oder dreifach oder warum nicht gleich vierfach so teuer.
Wir habens dann mal geschafft einen halbzerfallen Reisefuehrer zu kriegen und uns anhand dessen entschieden nach Yangshuo zu fahren. Denn laut Buch ist es dort kleiner, ruhiger und relativ voll von hostels. Also viel Konkurrenz= guenstigere Preise. Haha...ha!! Um fair zu bleiben: es war echt schoen!

Von Hostel zu Hostel (erst mal sowieso in die komplett falsche Richtung gelaufen) wollten die alle zuviel Geld. Kaum jedoch hat man ihnen den Ruecken zugewendet fallen die Preise schlagartig. Hier MUSS man definitiv handeln. Wer den ersten oder zweiten Preis akzeptiert hat einfach nur zuviel Geld oder ist eben saubloed. Wir naemlich haben dann trotz Feiertage ein Bett fuer 3 Euro bekommen. In einem kleinen Dachbodenzimmer wo man schwer aufrechtstehen kann weil so klein, die Matratzen auf dem Boden, das Fenster halb kaputt (ein klitzekleines bisschen unsere eigene Schuld, haha) und beim Duschen hab ich jedesmal das Licht ausgeschaltet, weil ich keinen Stromschlag bekommen wollte.... ;)

Ansonsten wars echt schoen. Die meist besuchte Strasse ist ein einziger grosser und Markt. Vorallem waehrend der einwoechigen Ferien des Nationaltages. Yangshuo liegt wie Guilin auch am Li River und die ueberall wird einem eine Tour mit nem Boot angepriesen. Doch der Fluss war auch vom Ufer aus schoen zu uebersehen. Mit der dahinterliegenden Graeserflaeche auf denen Wasserbueffel weiden, der Palmenreihe und den einzigartigen vielen spitzen kleinen Bergen im Hintergrund ist das ein wahrhaftig chinesisches Bild. Gerne sind wir Abends bei der Daemmerung an der kleinen Promenade gesessen und konnten zuschaeuen, wie der schimmernde Mond zwischen den vielen Spitzbergen hervorkam. Noch dazu wurde an einem Abend zu den Feierlichkeiten um 11 Uhr Nachts ein grosses Feuerwerk veranstaltet.
Diese 4 Tage vergingen mal wieder wie im nu. Von den ganzen kleinen Staenden habe ich mich zum Glueck nicht verfuehren lassen, eine Lastwagenladung an Souvenirs und kleinen Erinnerungen zu kaufen. Ich hab irgendwie immer mal wieder den Zwang, allen etwas mitzubringen. Doch ich denke ihr verseht, dass das erstens bis es Zuhause waere nicht mehr ganz waere und dass ich alles was in den Rucksack muss und somit damit auch auf meinen Ruecken sehr gering halte. ;) 15 Kilo durch eine Gegend zu schleppen wo man nichts kennt, nichts entziffern kann und es schwuel-heiss ist, kann wirklich seeehr nervenaufreibend und schmerzhaft sein.

Apropos es kann recht warm sein: ich hab mir die Haare schneiden lassen. Waehrend meiner Reise haben mich meien langen Haare des oefteren etwas genervt. Und einmal hab ich (eigentlich viel zu spontan und beilaeufig um es ernst zu meinen) zu Demian gesagt, dass ein Friseur jetzt ne gute Idee waere. Demian hat das gerne gehoert, denn auch er war der Meinung die langen Zotteln haetten ihre Zeit hinter sich haha. So bin ich also in einem chinesischen kleinen Friseursalon gelandet wo keiner englisch reden konnte. Also habe ich dem jungen Herrn durch Bilder versucht zu zeigen was ich wollte. Einfach auf Schulterlaenge abschneiden, einfach und gut. Das Resultat ist etwas kuerzer und ich hatte Anfangs so meine Muehe, aber ich bin froh dass ichs gemacht habe. Falls jetzt gleich Anfragen auf Fotos folgen sollten, muss ich euch enttaeuschen, denn da hier ALLES in chinesischen Schriftzeichen aufgezeigt wird krieg ichs nichtmal hin Fotos raufzuladen. ;)

Mit einem Nachtbus sind wir dann letzten Montag auf Guangzhou gefahren. Mit einem Sleeperbus was auf richtige Betten hoffen laesst waehrend einer 9 Stuendigen Busfahrt, doch das konnte man nicht Betten nennen. Das waren kleine, schmale ungemuetliche Pritschen. Geschlafen hab ich nicht viel. Bin mal gespannt was mich da noch so an Transportmoeglichkeiten erwartet.
Guangzhou ist nahe an der Kueste Chinas. Suedkueste. Die naechste Stadt zu Hong Kong und somit nicht schwer zu erraten – eine Industriestadt. Kaum gruenes, nur Beton und Buildings und Beton. Dann noch die schwuelen Temperaturen und die vielen hektischen Leute und man kann es kaum 10 minuten waehrend der geschaeftszeiten dort aushalten. Hier moechte ich nicht leben. Alles dreht sich um Geschaefte. Auch in unserem Youthhostel das zur abwechslung so richtig schoen und sauber ist (fuehlt sich mehr wie ein Hotel denn ein Hostel an) haben wir in unserem Dormroom zwei Handelsreisende. Einen Ami der versucht billig an Schmuck zu kommen und dann fuer den 3 bis 4 fach Preis wieder in den USA verkaufen zu koennen. Der Andere einer aus der franzoesischen Schweiz der hier (so habe ich es aus der Unterhaltung die die beiden gefuerht hatten mitgekriegt, grins) einen ganzen Koffer voll ipods erstanden hat um einen Preis, den er locker um 300 Prozent steigern kann europa. Ansonsten gibts von dieser Stadt echt nicht mehr zu sagen. Diese Stadt IST Handel.

Soweit tue ich mir mit China noch ziemlich schwer. Was hier abgeht ist echt krass. Wir haben schon ueberlegt ob wir nicht einfach runter und ueber die Grenze zu Vietnam gehen sollen. Ist ja Nachbarland zu Laos und Kambodscha und wuerde uns schon interessieren. Aber unser Rueckflugticket (auch wenn es sehr billig war) wollen wir dann irgendwie doch nicht einfach so verfallen lassen. Also haben wir gestern ein Zugticket nach Shanghai gebucht. Das sind ueber 1000 Kilometer weiter rauf die Ostkueste. Taiwan zb liegt auf dieser Hoehe im Meer. Ich bin mal gespannt wie es sich entwickelt. Hoffentlich kann ich etwas mehr Gefallen daran finden.

Hier noch ein paar Eindruecke allgemein:

Ich denke jeder von euch war schonmal chinesich essen. Diese feinen buffets mit frittierten auberginen, fruehlingsrollen, wuerzigen Nudelgerichten, aromatischem warmen Pflaumenwein etc etc….
Bullshit
Ich hab hier noch nicht eines davon gesehen. Dies ist mal wieder so ein Phaenomen dass das chinesische essen bei uns dem westlichen gaumen angepasst wurde.
Ich muss sagen ich bin etwas enttaeuscht vom chinesischen Essen. Man kann es nicht anders sagen: es ist meistens lahm. Nudelsuppen schmecken nach Bruehe und Nudeln. Keine feinen Gewuerze, kein Salz oder Thymian oder was es halt so geben mag. Hin und wieder finden wir was recht feines, doch an den meisten Strassenlaeden schmeckt das eine ziemlich aehnlich dem anderen. Sushi gibt es, aber in verhaeltnismaessig teuren “running sushi” restaurants.

Als Westlicher wird man hier meist nicht so gern gesehen. Ich habe gelesen, dass die chinesen einen westlichen immer (auch wenn man noch so wie ein verlumpter mueder backpacker aussieht) als unglaublich reich ansehen. Das wird ihnen vom Staat vorgelebt. Sind halt auch nur alles Puppen hier. Gut, es ist nicht ganz so schlimm- zumindest die juengere Generation ist offener aber das wichtigste ist: nach einer Weile hat man einen dicken Schutzfilm um sich gebildet. Mir ist es mittlerweile so egal wenn ich (schon wieder) angestarrt werde wie ich meine Nudeln mit Staebchen esse. Ich denke mir mittlerweile: heilige scheisse- ja ich bin eine westliche- und ja ich kann nicht so mit Staebchen umgehen wie du- also starr dir halt wenn es so dringend ist deine Augen aus!! Nein echt, man fuehlt sich hin und wieder wie ein Tier. Hab auch gelesen, dass wir wegen unserer Groesse (die chinesen sind meistens wirklich ziemlich klein, aber ueberraschenderweise sind auch ziemlichviele recht fuellig) als Elefanten angesehen werden. Im negativen sinn. Quasi zu bloed um chinesiche Zeichen zu lesen und zu tollpatschig und vollkommen ohne stil und eleganz. Das klingt jetzt alles ziemlich ueberspitzt- es kommt sicherlich auch nicht ueberall vor, aber oft werde ich mit genau solchen Blicken angestarrt!! Da war Thailand etc zu meiner Ueberraschung anders. Ich haette es eigentlich umgekehrt erwartet- sprich in Thailand Elefant, in China willkommener geldbringeder Tourist. Vorallem da ich dachte dass china ein solch schnell wachsendes und denkendes, modernes Land ist. Doch man wird angestarrt wie ich es mir haette nicht vorstellen keonnen, dass Menschen so unverschaemt und ungezuegelt sein koennen.

Eingestellt von Inaa 00:44 Archiviert in China

Versende diesen EintragFacebookStumbleUpon

Inhalt

Schreibe als Erster einen Kommentar dazu.

Sie müssen angemeldet Mitglied der Travellerspoint um Kommentare diesem Blog.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

Wenn Sie noch nicht Mitglied sind von Travellerspoint, werden Sie Mitglied kostenlos.

Join Travellerspoint